Listen sind Schweeeer

Der Prozess im Umgang mit einem Auftrag ist immer ähnlich. Ich höre das Briefing, und während meine Auftraggeber mit mir über das Projekt sprechen, formt sich eine Idee. Nicht immer gleich eine gute, aber zumindest entsteht so ein Anfang. In diesem Fall war es auch so – ich hatte einen ungefähren Plan, in welche Richtung es gehen soll. Als ich anfing, erkannte ich, dass es eine relativ große Menge Daten ist, die auf einem Plakat unterzubringen sind. Aber ich wollte dabei auch Werbung machen. Also habe ich mit einer Liste begonnen. Zumindest mit einer schönen…

Als sie fertig war, erinnerte ich mich wieder an die Worte meines Profs. ‚Denkt dran‘, sagte er zu uns allen, ‚Information wirbt nicht, hat sie nie, wird sie nie …‘ Also, wie löse ich das Dilemma? Klar war, die Botschaft muss sein: ‚Bei uns ist immer was los.‘ Und in diesem Fall kam mir die Idee eines paradoxen Appells. Vor Kurzem wurde bei uns der Begriff ‚PurOrt‘ eingeführt, den ich ziemlich cool finde. Dieser Begriff lebt für mich von der persönlichen Vorstellung, was es alles nicht gibt. Praktisch der Gegenentwurf zur wuselnden Touristenmetropole. Ankommen, ausatmen, aufatmen. Und sich restlos wohlfühlen. Was also, wenn wir das auf unsere Termine ausdehnen?

denn bei uns ist ja praktisch nix los – bis auf die vielen Möglichkeiten aus Kultur/Kunst/Unterhaltung/Shopping etc.

Ich denke, so lässt sich die Liste vermeiden, obwohl sie doch vorhanden ist. Wahrscheinlich kann ich jetzt ruhiger schlafen, weil ich am Ende mein Problem doch lösen konnte und meinen Mitmenschen mit dem Ding nicht mehr weiter auf die Nerven gegangen bin.

Am Schluss ist es doch eine Liste geworden – aber das ist eine andere Geschichte… 😉